Das ABC der homöopathischen Apotheke
Gerade in Zeiten, in denen man sich im Berufsalltag mit Rabatt- und Hilfsmittelverträgen herumplagt, kann die Beschäftigung mit der Homöopathie eine Bereicherung sein. Denn eine aktive Beratung in diesem Bereich trägt enorm zur eigenen Zufriedenheit und auch der der Kunden bei. Davon ist Apothekerin Daniela Haverland fest überzeugt.
Will man Homöopathie aktiv an Apothekenkunden herantragen, braucht es ein Konzept und Handwerkszeug. Zunächst ist eine solide Weiter- und Fortbildung als Basis nötig.
Die Hamburger Apothekerin Daniela Haverland ist auch als Referentin zum Thema Homöopathie tätig und plädiert dafür, das Wissen auf mehrere Schultern zu verteilen, sodass jederzeit eine Beratung möglich ist.
Der Apothekenleiter selbst muss nicht unbedingt aktiv sein, das können auch approbierte Mitarbeiter oder PTA. Er und sein Mitarbeiter müssen jedoch hinter der Therapieform stehen – eine „Zwangsrekrutierung“ ist nicht hilfreich. Kunden merken schnell, ob eine ernsthafte Beratung stattfindet.
Homöopathie zeigen
Ist das Fachwissen vorhanden, sollte die Homöopathie sichtbar gemacht werden, am besten in der Sichtwahl. „Wenn Kunden homöopathische Mittel möchten, ist es gut, diese gleich griffbereit zu haben. So kann man durchgehend beraten“, so Haverland. Viele Kunden kommen auch nicht direkt mit einem Homöopathikawunsch in die Apotheke, sondern werden erst durch die Sichtwahl darauf aufmerksam.
Vom Audi zum Cadillac
Je nach homöopathischer Aktivität unterscheidet Daniela Haverland drei Apothekentypen: die A-(Audi)Apotheke, die B-(BMW)Apotheke und die C-(Cadillac) Apotheke.
Die A-Apotheke ist der erste Schritt zur homöopathischen Apotheke. Die Homöopathie ist dort zwar ein Teil der pharmazeutischen Arbeit, aber nicht unbedingt der Schwerpunkt. Sie hat 20 bis 40 der gängigsten Präparate vorrätig. Die Mitarbeiter haben ein fundiertes Basiswissen und können Homöopathika fachgerecht abgeben.
Die B-Apotheke handelt noch aktiver. Wenn hier ein Kunde in die Apotheke kommt und etwas Homöopathisches möchte, wird nach dem passenden Mittel gesucht. Das kann aufgrund des fundierten Wissens und der vorhandenen Literatur gut geschehen.
Die C-Apotheke hat die Homöopathie als Hauptsteckenpferd. Apothekenkunden erhalten hier auch ohne konkreten homöopathischen Wunsch eine Beratung. Es wird angestrebt, möglichst viele homöopathische Zusatzempfehlungen zu geben. Die Kompetenz wird bewusst nach außen gezeigt. Dazu werden zum Beispiel auch Patientenseminare angeboten.
Ruth Ney, Quelle: Quelle: 2. Homöopathie-Kongress, 50 Jahre DHU, November 2011, Karlsruhe
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 01/2012 auf Seite 55 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
