IMS-Daten: Beruhigungsmittel legen zu - Schlaflos im Winter
Von der insgesamt positiven Entwicklung im OTC-Markt im November profitierten Vorortapotheke und noch deutlicher der Versandhandel. Umsatzbringer war erneut der Erkältungsmarkt, hier vor allem Grippemittel und Expektoranzien. Ein deutliches Plus gab es aber auch bei Hautmitteln, Produkten zur gesunden Gewichtsabnahme und im Markt der Schlaf- und Beruhigungsmittel.
Kumuliert über elf Monate des Jahres – Januar bis November – liegt der Umsatz des OTC-Marktes in der Apotheke, bezogen auf Vorortapotheke und Versandhandel, fast genau auf Vorjahresniveau (plus 0,2 Prozentpunkte). Im November wurde ein deutliches Plus von rund vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresmonat erzielt.
Von dieser positiven Entwicklung profitierte auch die Standortapotheke mit einem Plus von gut drei Prozentpunkten. Der Versandhandel legte erneut fast zweistellig zu. Die Selbstmedikation zeigt – betrachtet man das gesamte Jahr – ein stabiles Ergebnis und konnte sich im November mit einem Plus von 4,6 Prozentpunkten überdurchschnittlich gut entwickeln. Die Verordnungen hingegen stagnieren.
Erkältungsmittel und Hautprodukte legen zu
Die positive Entwicklung im November, so die Auskunft der Marktforscher wird durch den Erkältungsmarkt bestimmt, der ein Plus von 10,6 Prozentpunkten erreicht. Das Wachstum resultiert sowohl aus den erfreulichen Ergebnissen der Vorortapotheken (plus 10,3 Prozentpunkte) als auch aus denen des Versandhandels, der mit plus 14,3 Prozentpunkten leicht überdurchschnittlich zulegen konnte.
Gefragt waren dabei im November vor allem Grippemittel (plus 21 Prozentpunkte) und Expektoranzien (plus 17 Prozentpunkte). Ein deutliches Plus gab es – wie im Vormonat – auch bei den Hautmitteln (plus 7,4 Prozentpunkte) sowie bei den Produkten zur gesunden Gewichtsabnahme (plus neun Prozentpunkte). In diesem Segment, so die Experten, waren es ausschließlich neue Produkte, die die positive Entwicklung bewirkt haben.
Schlaf- und Beruhigungsmittel sehr gefragt
Im Markt der Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie der stimmungsaufhellenden Produkte zeigt sich eine leichte Schwächung des Wachstums. Lag dies im Oktober bei einem Plus von 3,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresmonat, betrug es im November noch plus 3,2 Prozentpunkte gegenüber November 2011.
Betrachtet man den Jahresumsatz, erreicht der Markt der Schlaf-, der Beruhigungsmittel und stimmungsaufhellenden Produkte ein klares Wachstum (plus 8,3 Prozentpunkte). Dieses resultiert jedoch ausschließlich aus dem Segment der Schlaf- und Beruhigungsmittel (plus 11,1 Prozentpunkte); der Umsatz mit stimmungsaufhellenden Produkten ist weiter rückläufig. Sehr deutlich zeigt sich bei den Schlaf- und Beruhigungsmitteln der Trend zu Homöopathika und Phytopharmaka, während die so genannten klassischen Schlaf- und Beruhigungsmittel stagnieren.
Redaktion
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 01/2012 auf Seite 28 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
