Basiswissen zur Ernährung bei Diabetes
Die weit verbreitete Meinung, Diabetiker müssten immer streng Diät halten, ist überholt. Diabetiker dürfen in aller Regel alles essen, wenn sie zu einer fettarmen, leichten Kost greifen, die sich an einer mediterranen Ernährungsweise orientiert. Auch Süßes ist für Diabetiker nicht verboten, vorausgesetzt, sie beachten bestimmte Regeln.
Der Blutzuckeranstieg nach dem Essen hängt davon ab, wie schnell ein Kohlenhydrat ins Blut gelangt. Besonders günstigen Einfluss hat hier ballaststoffreiche Kost: Ballaststoffe, beispielsweise aus Hülsenfrüchten wie Linsen, Bohnen und Erbsen, können bewirken, dass die Verwertung der in ihnen enthaltenen Stärke länger dauert.
In der Folge steigt der Blutzucker nur langsam an, die postprandiale Hyperglykämie fällt also moderat aus. Dadurch ist es oft möglich, den Bedarf an Insulin zu senken. Weitere positive Effekte der Ballaststoffe sind die Senkung der Cholesterin- und Triglyceridkonzentrationen im Blut sowie der Anstieg des HDL-Cholesterins.
Stichwort „Glykämischer Index“
Der glykämische Index ist ein Maß dafür, wie schnell der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels ansteigt. Diabetiker essen richtig, wenn sie möglichst viele Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zu sich nehmen; denn je weniger Glukose sich im Blut befindet, desto weniger überschießendes Insulin ist vorhanden und desto weniger Heißhunger entsteht. Hauptakteur ist hier das Insulin, der Wächter über den Blutzuckerspiegel.
Dr. Sylvia Prinz
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 06/2007 auf Seite 16 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
