Sortimente: Herpes - Mit Kompetenz gegen Bläschen

Marktkennern gilt das Thema Herpes als Beispiel dafür, wie Apotheken sich rund um ein Gesundheitsproblem zum Wohle ihrer Kunden engagieren können. Denn ebenso groß wie die Zahl der Betroffenen ist deren Leidensdruck. Von zielgerichteten Aktivitäten in diesem Sortimentsbereich profitieren deshalb sowohl die Kunden als auch die Apotheke.

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Das Herpes-simplex-Virus, Auslöser des Lippenherpes, ist weit verbreitet: Etwa drei Viertel der Bundesbürger tragen das Virus in sich, allerdings bricht die Infektion nicht bei jedem Virusträger aus. Wer von Herpes simplex geplagt wird, weiß meist sehr genau, wann es wieder so weit ist: Wenige Stunden, nachdem Jucken, Kribbeln, Spannungsgefühl oder Brennen auftreten, zeigen sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die schmerzhaft sind und oftmals die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen.

Auch wenn die Erkrankung keineswegs ein „Sommerleiden“ ist und das ganze Jahr über auftreten kann, wird sie gerade in den kommenden Wochen relevant: UV-Strahlung lässt die Bläschen blühen, und der Stress vor den Ferien oder am Urlaubsort selbst – etwa durch den Klimawechsel – kann den Herpes zusätzlich aktivieren.

In der Beratung: Informationsdefizit beseitigen
Apotheken, die sich im Thema Herpes engagieren, nutzen damit die Chance, einmal mehr ihr Engagement für die Belange ihrer Kunden deutlich zu machen. Ein Schwerpunkt dabei ist die fachkundige Information. Denn so groß der Leidensdruck der Betroffenen auch sein mag – über die Hintergründe ihrer Erkrankung und über die adäquate Behandlung wissen die meisten viel zu wenig.

Dieses Wissensdefizit wiederum kann einer optimalen Therapie entgegenstehen: Wem beispielsweise nicht bewusst ist, dass er bei den ersten Anzeichen eines Herpesausbruchs behandeln muss, wird dies auch nicht tun. Bereits beim ersten Kribbeln sollte ein entsprechendes Medikament eingesetzt werden – je früher der Wirkstoff die betroffene Stelle erreicht, desto größer ist die Chance, dass die Bläschen gar nicht erst entstehen bzw. schnell abheilen und sich nicht ausbreiten.

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Wie groß der Informationsbedarf bei Herpespatienten tatsächlich ist, zeigt nicht nur die Tatsache, dass die Medien regelmäßig über dieses Thema berichten. Auch die Beobachtung von Fachleuten, dass selbst langjährig von Herpes Geplagte ihre Symptome mit „Hausmitteln“ kurieren wollen, verblüfft. Beides zeigt, welches Potenzial für ein Engagement der Apotheke besteht – und dass die gezielte Ansprache der Kunden ein wichtiger erster Schritt dabei ist.
 

Nutzenargumente ergänzen die Empfehlung
Eine Reihe rezeptfreier Medikamente, die Dauer und Ausmaß der akuten Beschwerden mindern, stehen für die Empfehlung zur Verfügung. Dazu gehören Arzneimittel, die als Wirkstoff die Nukleosidanaloga Aciclovir und Penciclovir enthalten (sie hemmen die Vermehrung der Viren durch Einbau falscher Nukloside in die virale DNA) sowie Präparate mit Melissenextrakt, Docosanol, Zinksulfat und Heparin (sie schützen die Wirtszelle vor dem Eindringen der Erreger). Hauchdünne Patches auf Hydrokolloid-Basis unterstützen das Abheilen der Hautläsionen.

Gabi Kannamüller | am-redaktion@springer.com

Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 06/2011 auf Seite 30 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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