Sortimente: Die Fußpilzsaison ist eröffnet
Die Sonne bringt es an den Tag: Ließ sich so manches Fußproblem im Winter noch in festem Schuhwerk verstecken, machen Sommersandalen den Blick frei auf schöne oder weniger schöne Füße. Mit steigenden Temperaturen suchen deshalb zunehmend Kunden mit den typischen Symptomen eines Fußpilzes in der Apotheke Rat und Hilfe.
Das Tückische am Fußpilz: Er hat den Drang, sich auszubreiten. Über Hautschüppchen wandert der Pilz von Fuß zu Fuß, nutzt nicht nur Schuhe und Strümpfe, sondern auch Teppichböden, Badevorlagen, Antirutschmatten als Zwischenquartier, um in Hotelzimmern, Schwimmbädern, Fitnesscentern oder Saunen auf neue „Opfer“ zu warten. Gerade im feuchtwarmen Klima von Nassbereichen finden die Pilzsporen beste Voraussetzungen, um sich zu vermehren.
Ein ähnlich günstiges Milieu schaffen geschlossene Schuhe, nicht zuletzt Sportschuhe. Die feuchte Wärme darin lässt die Haut aufquellen und begünstigt die Entwicklung des Fußpilzes. Wer davon betroffen ist, hat damit keineswegs ein kosmetisches Problem, sondern eine behandlungsbedürftige Krankheit.
Am häufigsten kommt die interdigitale Form des Fußpilzes vor, also jene zwischen den Zehen. Die Hauterscheinungen variieren von geringer Rötung und Schuppung bis hin zu weißen, verquollenen, dicken Epidermislagen und tiefen, schmerzhaften Rhagaden. An den Seitenflächen der Zehen befinden sich oft kleine Bläschen. Kunden, die über derartige Beschwerden klagen, brauchen allerdings nicht nur ein wirkungsvolles Präparat, sondern auch eine ausführliche Beratung, damit sie ihren Fußpilz dauerhaft loswerden.
Nur die richtige Behandlung zeigt Wirkung
Zur Behandlung des Fußpilzes stehen die bewährten Azole (z. B. Bifonazol, Clotrimazol, Econazol, Miconazol) zur Verfügung. Die meisten werden zweimal täglich aufgetragen. Bei Bifonazol reicht ein einmaliges Auftragen. Wichtig ist der Hinweis, dass erst eine drei- bis vierwöchige Weiterbehandlung nach Abklingen der Symptome die Pilze sicher abtötet.
Behandelt werden sollte immer der ganze Fuß. Bei dem Allylamin Terbinafin reicht bei der 1-prozentigen Creme die siebentägige Anwendung, einmal pro Tag. Eine höhere Compliance erreicht die empfohlene Terbinafinlösung mit einmaliger Applikation.
Zur Allgemeinpflege lassen sich Fußbäder und Fußcremes empfehlen, außerdem pflegende und hornhautreduzierende Cremes. Hier gilt: Gute Pflege macht die Haut zarter – zugleich aber auch widerstandsfähiger. Weshalb das Thema Fußpflege, u.a. die Entfernung der Hornhaut, eng mit dem Thema Fußpilz gekoppelt ist – und zugleich einen wichtigen Part im Rahmen der Zusatzempfehlung einnimmt. Älteren Menschen und Diabetikern sollte für die Pflegemaßnahmen zudem der Podologe empfohlen werden.
Tipps geben – über die Empfehlung hinaus
Der gute Rat, grundsätzlich in Schwimmbädern, Saunen, Fitnessstudios oder Hotelzimmern mit Teppichboden niemals barfuß zu laufen, sollte nicht nur für die Zeit einer Fußpilzerkrankung gelten, sondern darüber hinaus.
Gabi Kannamüller | Kontakt: am-redaktion@springer.com
Diesen Artikel finden Sie in APOTHEKE + MARKETING 06/2011 auf Seite 28 oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
