Das Web als Quelle für Gesundheitsinformationen

(run) Das Internet gewinnt als Informationsquelle bei gesundheitsrelevanten Themen zunehmend an Bedeutung. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor.

(c) Goodluz/shutterstock.com

In der Untersuchung gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, das Internet als Informationsquelle zu nutzen. Vor drei Jahren waren es erst 38 Prozent. Damit lag das Internet nach dem Arztgespräch beziehungsweise der Empfehlung des Arztes an zweiter Stelle und spielte eine ebenso wichtige Rolle wie die Empfehlung des Apothekers. Vergleichsweise wenig nutzen Verbraucher offenbar Informationen aus Fernsehen sowie der Krankenkassen. Insgesamt ging aus der Befragung hervor, dass sich mehr als ein Viertel der Befragten regelmäßig über gesundheitsrelevante Themen informieren, 63 Prozent zumindest manchmal.

Für Apotheken erfreulich: Über die Hälfte der Befragten gab an, davon überzeugt zu sein, dass Produkte aus der Apotheke wirksamer als Produkte aus Drogerie- oder Supermarkt seien. Vor zwei Jahren sei es nur knapp die Hälfte der Befragten gewesen. Neben der Beratung ist für die Wahl der Einkaufsstätte allerdings auch ein günstiger Preis entscheidend.

Diese Aspekte waren auch bei der Frage nach der Nutzung des Internet zum Arzneimittelkauf relevant: Mehr als die Hälfte der befragten Verbraucher (56 %) gaben an, schon einmal Arzneimittel über das Internet bestellt zu haben. Diejenigen, die noch nie Arzneimittel online bestellt haben, nannten vor allem die fehlende Beratungsmöglichkeit (65 %) als Beweggrund.

40 Prozent der Befragten sagten auch, zu Zuzahlungen bereit zu sein, um ein rezeptpflichtiges Arzneimittel eigener Wahl anstelle eines zwischen Hersteller und Krankenkassen vereinbarten zu erhalten. Hohe Akzeptanz zeigte sich auch hinsichtlich des Grünen Rezepts: Der Großteil (81 %) der gesetzlich Versicherten, die ein „Grünes Rezept“ erhalten hatten, legte dieses in der Apotheke vor und bezahlt das Medikament aus eigener Tasche.

Die Erhebung ergab außerdem, dass sich im Vergleich zu 2010 wieder mehr Verbraucher gegen Krankheiten gut abgesichert fühlen (65 %). Zwei Drittel der Befragten waren allerdings der Ansicht, Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen schadeten ihrer Gesundheit. 45 Prozent der gesetzlich Versicherten geben an, über eine Zusatzversicherung zu verfügen. Am häufigsten werden Zusatzversicherungen für Zahnersatz (36 %) abgeschlossen. Mit einer Kostenübernahme für Behandlungen durch Heilpraktiker haben sich fünf Prozent zusätzlich abgesichert. Fast ein Drittel zeigte sich bereit, eine private Zusatzversicherung für Arzneimittel abzuschließen, die von der GKV nicht mehr erstattet werden.

06.02.12

Quelle: Marktforschungsinstitut Nielsen, Frankfurt

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