Anblick von Nahrungsmitteln macht Appetit
(fast) Erstmalig wiesen Forscher am Max-Planck-Institut für Psychatrie wissenschaftlich nach, was der Laie schon immer wusste: Alleine der Anblick leckerer Speisen macht Appetit. Ein Reiz, der zu Gewichtsproblemen führen kann, denn er verleitet zum Essen ohne Hunger.
(c) foto.fred / fotolia.com
In der Studie gingen die Forscher den molekularen Prozessen zur Steuerung der Nahrungsaufnahme an gesunden Männern auf den Grund. Untersucht wurde die spezifische physiologische Reaktion der Probanden auf das Betrachten von Bildern, die entweder gut schmeckende Speisen darstellten oder nicht essbare Objekte zeigten. Gemessen wurden die Konzentrationen verschiedener Hormone im Blut, die an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, wie Ghrelin, Leptin und Insulin.
Dabei kam heraus, dass sich die Menge an neurosekretorischem Eiweißhormon Ghrelin im Blut durch die optische Stimulation mit Bildern von Nahrungsmitteln erhöht. Als Hauptregulator steuert Ghrelin sowohl unser Essverhalten als auch körperliche Prozesse zur Nahrungsverwertung. Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren, dass neben den physiologischen Mechanismen zur Erhaltung des Energiestatus auch Umweltfaktoren spezifischen Einfluss auf die Nahrungsaufnahme nehmen und die allgegenwärtige Präsenz von appetitanregenden Lebensmitteln in den Medien zur Gewichtszunahme in der westlichen Bevölkerung beitragen könnte.
23.01.12
Quelle: idw